Die Ausstellung “Wagner-Schule: Rotes Wien” im Wagner:Werk Museum Postsparkasse widmet sich dem Gemeindebau und seinen Vätern, den Schülern Otto Wagners.
Am Beginn des 20. Jahrhunderts waren das Leben und Wohnen in Wien geprägt von fehlenden Toiletten, mangelnden Wasseranschlüssen, Gangküchen und Ein-Zimmer-Wohneinheiten. Weiters wurde Wien nach dem Zusammenbruch der Monarchie zur Heimat zehntausender arbeits- und heimatloser Beamten und Kriegsflüchtlingen geworden, was die Situation am Wohnungsmarkt noch stärker anspannte. Erst mit der Gründung des Bundeslandes Wien am 1. Januar 1922 wurde das “Rote Wien” möglich. Wien war damit die einzige Millionenstadt, die von Sozialdemokraten regiert wurde. In Folge wurde im Rahmen der sozialistischen Kommunalpolitik über 60.000 Wohnungen geschaffen. Neu Maßstäbe im Wohnbau setzte vor Allem die Qualität der neuen Wohnhausanlagen, die ein breites Angebot an Infrastruktur für den täglichen Bedarf sowie Einrichtungen und Orte der Begegnung wie Bibliotheken oder Theater zur Verfügung stellte. Die herausragenden städtischen Wohnhausanlagen erfreuten sich aufgrund der sehr guten Infrastruktur und der Leistbarkeit des Wohnraumes großer Beliebtheit, sodass im Jahr 1934 bereits ein Zehntel der Wiener Bevölkerung in Gemeindewohnungen lebte.
Die Gesamtbilanz der damaligen Wohnbaupolitik ist deutlich: Insgesamt wurden von der Gemeinde Wien innerhalb von 14 Jahren 61.175 Wohnungen in 348 Wohnhausanlagen, 42 Siedlungsgruppen mit 5.257 Siedlerhäusern und 2.155 Geschäftslokale errichtet.
Die Ausstellung kann vom 6. Juli bis 28. August 2010 von Montag bis Freitag von 9 – 17 Uhr, und Samstags von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Der Eintritt beträgt 5,00 EUR, für Schüler, Studenten und Senioren 3,50 EUR. Eintritt frei für Kunden der BAWAG P.S.K. gegen Vorweis ihrer Kundenkarte. Nähere Informationen finden Sie unter der Telefonnummer (01) 534 53 – 33825 oder auf www.ottowagner.com
Wo:
WAGNER:WERK Museum Postsparkasse
der BAWAG PSK
Großer Kassensaal
Georg Coch-Platz 2, 1018 Wien