Dass die Mehrheit der Wienerinnen und Wiener im Frühjahr für eine Lösung in Sachen Hausbesorger „Neu“ votiert haben ist bekannt. Gestern, Donnerstag 02.09.2010, präsentierte Vizebürgermeister und Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig die ersten, vorerst acht, HausbetreuerInnen, die noch im September ihren Dienst antreten werden. Kommen werden die neuen HausbetreuerInnen dort, wo die Mehrheit der Mieterinnen und Mieter es wünscht, womit auch ein weiterer Stein für die Mietermitbestimmung gelegt. Die Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte begrüßt diesen Schritt.
Die Aufgaben der neuen Wiener HausbetreuerInnen im Überblick:
- Fachgerechte Reinigung der zugeordneten Bereiche
- Eingeschränkter Winterdienst und Meldung von Schneefall an die Einsatzzentrale, Durchführung von Sofortmaßnahmen bei Gefahr in Verzug
- Kontrolle der Wohnhausanlagen und Meldung eventueller Schäden an die Eigentümerin Wiener Wohnen
- Durchführung einfacher Kleinreparaturen oder Unterstützung des Technikteams zur Durchführung von größeren Reparaturarbeiten
- Lagerverwaltung und Materialanforderung
- direkte AnsprechpartnerInnern mit fixen Sprechstunden für MieterInnen und MietervertreterInnen und damit die Kommunikationsschnittstelle zur Hausverwaltung Wiener Wohnen
- Entgegennahme und Weiterleitung von Anfragen, Wünschen und Anregungen der MieterInnen an die Hausverwaltung
- Einführung von NeumieterInnen in der Wohnhausanlage
- Konfliktmanagement

(Vizebürgermeister Michael Ludwig mit zwei neuen HausbetreuerInnen)
Informationen für MieterInnen und BewerberInnen:
Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung GmbH
Landstraßer Hauptstraße 99/1/3A
1030 Wien
www.hausbetreuung-wien.at/
Servicenummer: 0800 80 80 27
Mit 1. August ist die WMBR in ihr neues Lokal in der Gentzgasse 45, 1180 Wien, gezogen. Damit haben sich auch unsere Kontaktdaten und unsere Öffnungszeiten geändert. Für Details bitte dem Link folgen: IMPRESSUM
Darüberhinaus dürfen wir bekannt geben, dass während unserer Öffnungszeiten immer Mittwochs von 14.00 bis 18.00 Uhr ein Jour-Fixe stattfindet, zu welchem alle unsere Mitglieder – und jene die es werden wollen – sehr herzlich eingeladen sind. Hierbei gibt es die Möglichkeit, mit der WMBR in Kontakt zu treten und mit anderen Mietervertretern Erfahrungen auszutauschen. Der erste Jour-Fixe der WMBR findet am 15.09.2010 ab 14.00 Uhr in unserem Lokal in der Gentzgasse 45, 1180 Wien, statt.
von Christopher Maurer
Vizebürgermeister Stadtrat Michael Ludwig geht im Herbst nach Plan B vor, sollte die Bundes-ÖVP dem Hausbesorgergesetz nicht zustimmen. Eine Zustimmung der ÖVP scheint zur Zeit nicht absehbar zu sein, da seitens der Volkspartei zusätzliche Privilegien und erhöhte Kosten für die MieterInnen befürchtet werden. Für Vizebürgermeister Michael Ludwig ist das nicht nachvollziehbar. Er hält es für „zynisch“, wenn ein durchschnittliches Nettogehalt von 1.140 EUR von der ÖVP als “Privileg” dargestellt werde. Eine Dienstwohnung sei übrigens nicht beinhaltet.
Auch die von der ÖVP propagandierten erhöhten Kosten für die MieterInnen würden jeglicher Grundlage entbehren. So würden Hausbesorger nicht mehr kosten, als eine private Reinigungsfirma. Ein Vorteil für die MieterInnen wäre außerdem die ständige Erreichbarkeit eines Hausbesorgers.
“Wir sind den WienerInnen im Wort,” ergänzt Michael Ludwig. Bei der Volksbefragung im Februar haben sich 84 Prozent der Beteiligten für ein neues Hausbesorgergesetz ausgesprochen. Es müsse daher rasch gehandelt werden.
Sollte es zu keiner bundesweiten Lösung kommen, so werde man Hausbesorger, dem Wunsch der MieterInnen entsprechend, dort einführen, wo man genügend Einfluss habe. So im Gemeindebau oder in Genossenschaften, in welchen eine hohe Bereitschaft zur Einführung besteht.
Mittlerweile wurden in allen Bezirken unsere Vernetzungstreffen mit den Wiener Mieterbeiräten abgehalten. Vorsitzender Günter Rech freut sich über die rege Beteiligung an den Treffen. Mehr als 600 MietervertreterInnen wurde dabei die Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte vorgestellt. Von unserem Angebot überzeugt, sind bereits 50 Prozent aller Wiener Mieterbeiräte Mitglieder unserer Vereinigung, was uns nach außen eine breite Basis für unsere Forderungen sichert.
Wie geht es jetzt weiter?
Die nominierten Bezirkskoordinatoren haben bereits ihre Tätigkeit aufgenommen und werden in Zukunft regelmäßige Vernetzungstreffen der Mieterbeiräte in ihren Bezirken organisieren. Zweck der Treffen soll ein Erfahrungsaustausch untereinander, um gegebenenfalls Probleme gemeinsam zu diskutieren, sowie die Gewährleistung eines einheitlichen Standards der Mietermitbestimmung sein. Unserer Ansicht nach darf es nicht so sein, dass Mitbestimmung von Gemeindebau zu Gemeindebau unterschiedlich ist.
Gestern präsentierte der Vorsitzende der Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte, Günter Rech, im Rahmen einer Pressekonferenz erstmals gegenüber den Medien die Zielsetzungen und die Serviceangebote des Vereins. Im Mittelpunkt stand dabei die Forderung der WMBR, die Mietermitbestimmung für alle Mieter rechtlich zu verankern. Seit mehr als zwanzig Jahren haben Mieterinnen und Mieter in städtischen Wohnhausanlagen erweiterte Rechte, die von den gewählten Mieterbeiräten ausgeübt werden. In privaten Wohnhäusern gibt es die Mietermitbestimmung nicht. Günter Rech: “Das Wiener Modell hat sich bewährt. Bei seiner Einführung im Jahr 1989 sprachen sich alle Parteien dafür aus, dass die Mietermitbestimmung flächendeckend zur Anwendung kommen soll.” Rech appellierte daher an die Bundesregierung, mit einer Änderung des Mietrechtsgesetzes sicherzustellen, dass auch in Privathäusern den Mietern ein Mitspracherecht eingeräumt wird.
Auch bei den Mieterbeiratswahlen schlägt die Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte eine Änderung vor: In Hinkunft sollen alle Mieterbeiratswahlen wienweit am selben Tag stattfinden. “Dadurch würde nicht nur die Mietermitbestimmung und die Tätigkeit der Mieterbeiräte in der Öffentlichkeit besser bekannt, sondern es wäre auch ein weitaus geringerer administrativer Aufwand als bisher”, so Günter Rech. Gegenwärtig werden Mieterbeiratswahlen für jede Wohnhausanlage einzeln organisiert und durchgeführt.
Besonders freute sich Rech über den guten Start der Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte: “Das Interesse an unserem Verein und unseren Serviceangeboten ist enorm. Obwohl wir erst beginnen, die WMBR öffentlich zu präsentieren sind bereits mehr als 30% aller Mieterbeiräte Mitglied unserer Organisation.” In den kommenden Wochen wird die Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte in allen Bezirken zu Treffen der gewählten MietervertreterInnen einladen.
Der Vorsitzende der WMBR, Günter Rech (Bild ganz rechts) und WMBR-Generalsekretär Manfred Domschitz bei der Präsentationspressekonferenz des Vereins