Am 24. August wurde die städtische Wohnhausanlage an der Waidhausenstraße 28 im 14. Bezirk nach der Wiener Gemeinderätin Käthe Jonas benannt. Käthe Jonas war schon im 2. Weltkrieg eine leidenschaftliche Vertreterin der Arbeiterinnen in der ehemaligen Schrack-Fabrik, für ihre politische Gesinnung wurde sie mehrmals von der Gestapo verhaftet, verhört und interniert. Nach dem Ende des „tausendjährigen Reiches“ half sie sofort am Wiederaufbau der 2. Republik. Frauenrechte waren eines ihrer Anliegen, Käthe Jonas wurde Bezirksrätin, von 1954 bis 1969 wirkte sie als Gemeinderätin. Da Käte Jonas Jahrzehnte in einer Wohnung der Stiege 3 wohnhaft war und einige ältere MieterInnen die Namensgeberin noch persönlich kannten, wurde der Umbenennung auf ausdrücklichem Wunsch der Mieterinnen und Mieter vertreten durch die MieterbeirätInnen zugestimmt.

(v.l.n.r.: Staatssekretär Dr. Andreas Schieder, Mieterbeirat Alfred Jelinek, BVin Andrea Kalchbrenner, Vizebürgermeister Michael Ludwig)
Die 1928 errichtete städtische Wohnhausanlage an der Breitenfurter Straße 242 steht seit 2005 unter Denkmalschutz. Mieter gibt es seit langem keine mehr. Das wird sich 2011 ändern, da das gesamte Gebäude von Grund auf saniert und dem modernen Standard angepasst wird. „Die umfassenden Planungen und Vorbereitungen wurden zur Gänze bis ins Detail mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt“, betonte Vizebürgermeister Michael Ludwig. So werden für die künftigen Mieterinnen und Mieter neue Gemeinschaftsräume, hofseitige Balkone für alle Wohnungen und barrierefreie Zugänge zu allen Örtlichkeiten geschaffen. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Gebäude auch den Niedrigenergiestandard erfüllen, wodurch bis zu 85% der Heizkosten gespart werden können. Insgesamt wurde ein Investitionsvolumen von 1,22 Millionen Euro veranschlagt.

(Bild: Stadt Wien)
Die im 1. Halbjahr von der Vereinigung der Mieterbeiräte durchgeführten Treffen erfreuten sich großer Beliebtheit.
Der Informationsaustausch mit anderen Mieterbeiräten und rege Diskussionen mit den politischen Vertretern der Bezirke haben gezeigt, dass die Bezirkstreffen in der täglichen Arbeit der Mieterbeiräte äußerst hilfreich sind. Folglich werden auch im zweiten Halbjahr von unserer Vereinigung Vernetzungstreffen in den Bezirken organisiert werden. Das erste dieser Bezirkstreffen wird schon am 8. September in Penzing stattfinden. Ein Terminplan für alle anderen Bezirke und schriftliche Einladungen folgen.
Seit Anfang Mai ist Wiener Wohnen mit den Bussen bereits auf Tour. Das Projekt, welches im Vorjahr auf Initiative von Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig ins Leben gerufen wurde, wird damit auch heuer fortgeführt. Aufgrund von zahlreichen Wünschen der Mieterinnen und Mieter wurde das Betreuungsangebot heuer erweitert. Insbesondere sollen erweiterte Beratungszeiten dabei helfen, dass die Kundenfreundlichkeit und Verfügbarkeit erhöht wird. Bis heute wurde bereits in mehr als 165 Gemeindebauten Station gemacht. Insgesamt werden bis Ende Oktober mehr als 350 Gemeindebauten mit mehr als 300.000 MieterInnen in ganz Wien besucht. „Dieses kostenlose Serviceangebot der Wiener Wohnen-Busse kommt sehr gut an“, betont Vizebürgermeister Michael Ludwig. „Viele Bewohnerinnen und Bewohner ziehen ein persönliches Gespräch einem Telefonat vor. Daher bieten wir heuer wieder Information, Beratung und Service direkt vor Ort.“ Während der laufenden Tour bestätigt sich, dass das Angebot von „Wiener Wohnen unterwegs“ vor allem in jenen Wohnhausanlagen besonders stark angenommen wird, in denen es keine HausbesorgerInnen mehr gibt.
Den Auftakt für kommende Woche vom 19. bis 23. Juli bilden bilden am Montag Service- und Beratungstermine in Gemeindebauten in den Bezirken Leopoldstadt und Hietzing. Im Laufe der Woche stehen darüber hinaus auch noch Beratungs- und Servicetermine in den Bezirken 3, 5, 10, 16, 18, 19 und 21 auf dem Programm.

von Christopher Maurer
Vizebürgermeister Stadtrat Michael Ludwig geht im Herbst nach Plan B vor, sollte die Bundes-ÖVP dem Hausbesorgergesetz nicht zustimmen. Eine Zustimmung der ÖVP scheint zur Zeit nicht absehbar zu sein, da seitens der Volkspartei zusätzliche Privilegien und erhöhte Kosten für die MieterInnen befürchtet werden. Für Vizebürgermeister Michael Ludwig ist das nicht nachvollziehbar. Er hält es für „zynisch“, wenn ein durchschnittliches Nettogehalt von 1.140 EUR von der ÖVP als „Privileg“ dargestellt werde. Eine Dienstwohnung sei übrigens nicht beinhaltet.
Auch die von der ÖVP propagandierten erhöhten Kosten für die MieterInnen würden jeglicher Grundlage entbehren. So würden Hausbesorger nicht mehr kosten, als eine private Reinigungsfirma. Ein Vorteil für die MieterInnen wäre außerdem die ständige Erreichbarkeit eines Hausbesorgers.
„Wir sind den WienerInnen im Wort,“ ergänzt Michael Ludwig. Bei der Volksbefragung im Februar haben sich 84 Prozent der Beteiligten für ein neues Hausbesorgergesetz ausgesprochen. Es müsse daher rasch gehandelt werden.
Sollte es zu keiner bundesweiten Lösung kommen, so werde man Hausbesorger, dem Wunsch der MieterInnen entsprechend, dort einführen, wo man genügend Einfluss habe. So im Gemeindebau oder in Genossenschaften, in welchen eine hohe Bereitschaft zur Einführung besteht.