Viele Anfragen von Mieterbeiräten an uns, was hat Hausbesorger zu tun?
-Reinigung der Stiegen und Gänge – Einmal wöchentlich zweimal kehren und einmal wöchentlich waschen
-Zur Reinigungsverpflichtung zählen ebenso Stiegengeländer, Eingangstüren, Kellertüren, monatlich Türen zu öffentlich zugänglichen Räumen, Aufzugstüren und Zählerkastentüren (außen)
-Reinigung der Waschküche – Einmal monatlich
-Kehren des Kellers - Einmal monatlich
-Putzen der Stiegenhaus- und Gangfenster – Dreimal jährlich
-Höfe – (unter Hof versteht man eine Fläche, die auf allen Seiten von Gebäudeteilen begrenzt wird und nicht überdacht ist) – Einmal wöchentlich kehren
-Das Reinigen der Gehsteige und deren Bestreuung bei Glatteis, soweit dies in Erfüllung der dem Hauseigentümer nach den bestehenden Vorschriften obliegenden Verpflichtungen erforderlich ist
-Sorgepflicht – Die Sorgepflicht für die Beleuchtung umfasst außer Ein- und Ausschalten der Stiegen- Hof- und Haustorbeleuchtung auch die Behebung kleiner Schäden, soweit dies ohne fachliche Ausbildung möglich ist
P.S Das ist ein kleiner Auszug der Tätigkeit einer gewissenhaften Hausbesorgerin und Hausbesorger
Laut Kundmachung der Bundesministerin vom Juli 2011 könnten die um rund 5,4% erhöhten Kategoriebeträge ab 1. August 2011 für neue MieterInnen und ab 1. September 2011 für bestehende Mietverhältnisse mietrechtlich wirksam werden.
Anhebung der Kategoriebeträge neuer Mietverträge wird mit 1. September 2011, für bestehende Mietverträge (die bis 1. März 1994 abgeschlossen sind) wird mit 1. Oktober 2011 durchgeführt (z.B. eine Wohnung der Kategorie B - neuer Wert ab 1. Oktober 2011 – 2,44 € (Erhöhung 0,13 € pro m²)). Herangezogen wird dabei der April-Wert des von der Statistik Austria erstellten Vebraucherpreisindex auf Basis des Jahres 2000 (VPI 2000).
Von dieser Anhebung der Hauptmietzinse sind rund 125.000 GemeindebaumieterInnen ab 1. Oktober 2011 betroffen.
Die jungste Befragung aller Mieterinnen und Mieter brachte die Bestätigung für die große Zufriedenheit mit ihren Gemeindewohnungen. 86% haben angegeben, sie fühlen sich wohl bis sehr wohl in ihrer Wohnhausanlage.
Das freut mich als Mietervertreter. Das Umfrageergebnis ist aber sicher auch ein Signal dafür, dass die Mieterinnen und Mieter es nicht gerne sehen, wenn von Dritten ein Gemeindebau verunglimpft und zum Schlachtfeld parteipolitischer Auseinandersetzungen gemacht wird. Die Mieterinnen und Mieter wohnen gern im Gemeindebau, er ist im Vergleich zu Privatwohungen meist besser gepflegt und trotzdem sehr preiswert. Nicht nur durch Befragungen sind die Stadtpolitiker Dr. Michael Häupl und Dr. Michael Ludwig über die Wünsche der Mieter bestens informiert.
In den letzten Monaten ist von ihnen viel Positives veranlasst worden. Videoüberwachung verbessert das Sicherheitsgefühl, das neue Waschküchensystem setzt sich rasch durch. Die Anlage Mitterhofergasse in Floridsdorf mit 1430 Wohnungen war eine der ersten, die erfolgreich umgerüstet werden könnte. Als Mietervertreter freue mich darüber ganz besonders. Das größte Projekt ist aber weiterhin die Generalsanierung vieler alter Gemeindebauten. Wärmeersparnis, Ästhetik und damit gesteigertes Wohlbefinden der Mieter sind danach deutlich feststellbar. Es ist noch viel zu tun – es geschieht.
Es weht ein neuer Wind in den Gemeindebauten, Mieter und Mieterbeiräte werden ernst genommen und in wichtige strategische Entscheidungen einbezogen.
Maßnahmen zur Einhaltung der Hausordnung von wirklich allen Nachbarn sind notwendig. Sie wurden von Bürgermeister Dr. Häupl und Stadtrat Dr. Ludwig forciert veranlasst und wir als Mieterbeiräte begrüßen diese Ankündigungen, werden aber auch genau auf die tatsächliche Umsetzung schauen.
von Günter Rech
Mietervertreter der Wohnhausanlage Mitterhofergasse 2
In Penzing ist die Vereinigung der Mieterbeiräte Wiens besonders aktiv. Vor noch nicht zwei Jahren hat sie ihre Tätigkeit aufgenommen und schon ist es gelungen in sechs zusätzlichen Gemeindebauten einen Mieterbeirat zu schaffen.
Zuletzt am 20. Juni haben die MieterInnen des Blathofes ein junges, sehr arbeitsfreudiges Mieterbeiratsteam gewählt. Der “Blathof” ist ein traditionsreicher Bau mit rund 320 Wohnungen in der Linzerstraße 128.
Gleichzeitig konnte die Vereinigung der Mieterbeiräte Wiens die erste Mietervetreter eines Genossenschaftskomplexes als Mitglieder gewinnen. Im gegenständlichen Bezirksteil wird es zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen den beiden Mietervertretungen, Gemeinde Wien und Genossenschaft, zum Vorteil der MieterInnen des gesamten Gebietes kommen.
Die Jahresabrechnung der Betriebskosten für 2010 bringt für viele GemeindebaumieterInnen folgendes Ergebnis: 68 Prozent, also knapp 150.000 GemeindemieterInnen, erhalten ab 1. August durchschnittlich 89 Euro gutgeschrieben. Nur für rund 32 Prozent der MieterInnen ergibt sich aus der Betriebskostenabrechnung 2010 eine Nachzahlung von durchschnittlich 61 Euro. Die gesamten Betriebskosten 2010 liegen nahezu auf dem selben Niveau, wie im Jahr 2009. Mit einem Plus von 0,67 Prozent ist nur eine marginale Veränderung gegenüber dem Vorjahresergebnis zu verzeichen.
In die Betriebskosten dürfen allerdings nur ganz bestimmte, im Gesetz festgelegte Kosten – zum Beispiel für Wasserversorgung, Rauchfangkehrer, Kanalräumung, Müllabfuhr, Entrümpelungen, Schädlingsbekämpfung, Beleuchtung allgemeiner Teile des Hauses, Hausversicherungen, Hausbesorger und Lift – eingerechnet werden. Eine gesetzliche Bestimmung, die nicht immer eingehalten wird. Daher empfiehlt sich die Überprüfung der jährlichen Betriebskostenabrechnung. Überschreiten die Betriebskosten pro Quadratmeter den Wert von zwei Euro wesentlich, dann ist eine genauere Überprüfung anzuraten und zu empfehlen.
Mit der Jahresabrechnung 2010 wird den MieterInnen in diesem Jahr eine vollkommen neue und leicht verständliche Aufstellung sowie auch ein Leitfaden mit den wichtigsten Erläuterungen und Erklärungen für einzelne Positionen und Fachausdrücke zugesandt. “Wir erreichen damit im Sinne unseres konsequenten Serviceausbaus eine weitere Verbesserung für die Bewohnerinnen und Bewohner und schaffen zusätzliche Transparenz, die auch die einfache Überprüfung der Jahresabrechnungen erleichtern soll”, unterstreicht Dr. Michael Ludwig.
Für alle jene Wohnhausanlagen, bei denen eine Nachzahlung erforderlich ist, bietet Wiener Wohnen den BewohnerInnen an, bereits ab einem Betrag von mehr als 50 Euro automatisch in gleichmäßigen Beträgen offene Summe zu bezahlen.
Sollten irgendwo tatsächliche Differenzen zwischen Mietern und Hausverwaltung bzw. der Verdacht auf unzulässige Verrechnungen bestehen, so werden diese bei der Schlichtungsstelle geklärt. Die Schlichtungsstelle ist eine den Gerichten vorgelagerte Anlaufstelle bei Schwierigkeiten bzw. Rechtsstreitigkeiten zwischen MieterInnen und HauseigentümerInnen bzw. der Hausverwaltung.
MA 50 – Gruppe Schlichtungsstelle:
Muthgasse 62, 1190 Wien
Tel.: 4000-74510
www.wien.gv.at/wohnen/schlichtungsstelle
