Nov 132010

Am Gemeindebau in der Breitenfurter Straße/Rodaunergasse in Liesing haben Anfang November die Abrissarbeiten begonnen. Die Häuser waren nach einem statischen Gutachten 2006 als einsturzgefährdet qualifiziert worden, woraufhin alle Mieter in neuen Wohnungen untergebracht werden mussten. Auf dem nun freiwerdenden Gelände soll ein moderner Holzbau entstehen.

Zur Fotostrecke vom Abriss gehts HIER (www.wienweb.at)

Nov 112010

Hugo_MeislDer 1881 geborene Hugo Meisl war ab 1912 bis zu seinem Tod 1937 Verbandskapitän des österreichischen Fußballbundes, bzw. dessen Vorläuferorganistion ÖFV, fast ebenso lang dessen internationaler Sekretär. Meisls „Wunderteam“ blieb von April 1931 bis Oktober 1932 14 Spiele in Folge ungeschlagen. Als Höhepunkt dieser Serie gilt der 5:0-Sieg über Schottland am 16. Mai 1931 in Wien, der die erste Niederlage der Schotten auf Kontinentaleuropa darstellte.Von 1930 bis 1934 lebte Hugo Meisl in einer Wohnung im Karl-Marx-Hofes, die zuletzt von seiner Tochter Dr. Martha Meisl bewohnt wurde. Im März diesen Jahres erfolgte die Aufkündigung des Mietverhältnisses durch die Sachwalterin von Frau Dr. Meisl per 30. April 2010. Auf Veranlassung von Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig wird durch die ExpertInnen des Wien Museums die kunst- und sporthistorische Bedeutung des gesamten Inventars untersucht, um die Wohnung gegebenenfalls in eine Gedenkstätte umzuwandeln. Die umfassende Expertise wird mit Ende November erwartet.

Okt 112010

hausbesorgerinAm 07.10.2010 wurden  die beliebtesten Hausbesorgerinnen und Hausbesorger der Stadt Wien im Rahmen einer feierlichen Gala gekürt. Eine Jury unter dem Vorsitz der als „Hausmeisterin der Nation“ bekannten Volksschauspielerin Brigitte Neumeister (in ihrer Rolle der Frau Leopoldine Turecek-Schoitl verkörperte sie in 44 Folgen der Serie Kaisermühlen-Blues die „echte“ Wiener Hausbesorgerin) musste zuvor aus hunderten Nominierungen die richtige Wahl treffen. Der Titel „Die beliebteste Hausbesorgerin“ wurde an Elfriede Kerschbaum aus Wien-Margareten verliehen. Sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner, der von ihr betreuten Wohnhausanlage haben die Nominierung mit ihrer Unterschrift unterstützt. Als „beliebtester Hausbesorger der Stadt Wien“ wurde Herbert Sattler, ein „g’standener“ Hausbesorger“ aus der Floridsdorfer Großfeldsiedlung ausgezeichnet. Auch hinter seiner Nominierung steht eine ganze Hausgemeinschaft! „Herr Sattler sorgt nicht nur für ein picobello sauberes Haus, sondern er ist auch immer für die Bewohnerinnen und Bewohner da! Egal, ob er die schwere Einkaufstasche in die Wohnung trägt, Pakete übernimmt oder mit dem Hund Gassi geht, weil die Besitzerin krank ist. Er ist Ansprechpartner für alle!“, so lautet die Begründung.

Sep 152010

Noch heuer sollen 30 Wiener Wohnen-Stützpunkte in ganz Wien eingerichtet werden, in denen den GemeindemieterInnen für Auskünfte, Störungsmeldungen und Beschwerden persönliche und direkte Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Das kündigte nun Vizebürgermeister Michael Ludwig an.. Die Servicestellen – insgesamt sind 39 Stützpunkte geplant – sollen direkt in oder in unmittelbarer Nähe von Gemeindebauten gelegen und zu fixen Sprechstunden mit Wiener Wohnen-Fachleuten besetzt sein. Außerhalb der Öffnungszeiten sollen die Büros für vereinbarte Termine, wie bei der Übergabe von Mietverträgen, für Mieterbeiräte und Fachbesprechungen, z.B. bei Sanierungen, zur Verfügung stehen.

Sep 072010

Kurt Treml ist nicht mehr. Anfang August schloss unser Freund für immer die Augen. Mehr als achtzig Jahre lang war sein Leben mit dem Karl-Marx-Hof untrennbar verbunden. Als jahrzehntelanger Obmann des Mieterbeirates Karl Marx-Hof war er vielen von uns Lehrer und Vorbild. Als Nachruf seien hier Auszüge aus der Trauerrede von Gustav Posch, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) und engem Freund von Kurt Treml, veröffentlicht. Wir werden dich nicht vergessen, Kurt!

Unser Freund Kurt Treml wurde am 6. August im 84. Lebensjahr plötzlich und unerwartet von dieser Welt abberufen. Der  Tod kam zu ihm wie ein Freund und holte ihn im Schlaf.

Kurt Treml  wurde am 22. Mai 1927 in Wien geboren. Im Alter von 3 Jahren bezog Kurt Treml mit der Familie seiner Großmutter, aus unvorstellbar desolaten Wohnverhältnissen kommend, eine Wohnung im Karl Marx – Hof. Seine Großmutter zog ihn auf, nicht etwa, weil seine Eltern gestorben waren, es war die furchtbare Not, die bewirkte, dass Eltern sich um ihre Kinder nicht richtig kümmern konnten. So wuchs Kurt auf im Karl Marx – Hof, kam in die Volksschule und alles schien im rechten Lot, bis der 12. Februar 1934 kam und mit ihm die dunkle Zeit des Faschismus in unserem Land.

Der Haß zwischen den politischen Lagern eskalierte zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Der Karl Marx-Hof war einer der Brennpunkte, und der siebenjährige Kurt Treml erlebte das hautnah mit.

Als 1938 die Hitlertruppen Österreich annektierten, war eine ihrer ersten Schandtaten, alle jüdischen Mieter aus dem Karl Marx – Hof delogieren zu lassen. Denen es nicht gelang, zu entkommen, beendeten ihren Lebensweg in den Gaskammern der Konzentrationslager. Kurt Treml war damals 11 Jahre alt. Es war für ihn völlig unverständlich, warum manche seiner Spielgefährten und ihre Eltern nun plötzlich Volksschädlinge sein sollten und auf ein Mal nicht mehr da waren.

Der 2. Weltkrieg brach los,  Kurt Treml begann 1941 seine Lehrzeit als Tischler. Nach  erfolgreicher Ablegung der Gesellenprüfung wurde er sofort zum Arbeitsdienst eingezogen. Wie so viele seiner Generation musste er anschließend im Alter von 17 Jahren Soldat eines Regimes werden, das er aus tiefster Seele verabscheute. Nach einigen Monaten Kriegsdienst in Frankreich wurde seine Einheit nach Russland verlegt, wo er so schwer verwundet wurde, dass ihm sein rechtes Bein amputiert werden musste. Als er 1945 mit einem Lazarettzug nach Wien zurückkehrte, hatte er sein 18. Lebensjahr noch nicht vollendet. Sein Schicksal erinnert an das unseres Heimatlandes. Geschlagen an Leib und Seele, mittellos und mit Wunden, die erst zu vernarben begannen, aber mit unbeirrbaren Glauben an die Zukunft und den unbeugsamen Willen, an der Gestaltung einer besseren Welt mitzuarbeiten.

Lieber Kurt, so nehmen wir nun Abschied von dir. Wir wissen aber, dass wir dich nicht verloren haben. In unseren Herzen und in unserer Erinnerung wirst du weiterleben. Bei allem Schmerz und bei aller Trauer wollen wir nicht vergessen, dankbar zu sein. Dankbar dafür, dass es dich gab. An all das Gute, das du getan hast, werden wir uns erinnern. Und so wirst du immer, wenn wir von dir sprechen, unter uns sein.

Foto: (c) Gustav Posch

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