Mrz 222012

Die Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte, die im Oktober 2009 auf Initiative von Gemeindebau-MietervertreterInnen als unabhängige Vereinigung gegründet wurde, ist nicht nur Plattform für den bezirksübergreifenden Austausch der Wiener Mieterbeiräte, sondern bietet ihren Mitgliedern auch kostenlose Beratung und Weiterbildung. Die Vereinigung setzt sich für eine weiter verbesserte MieterInnfen-Mitbestimmung ein, wo mehr als 500 MietervertreterInnen bereits ihre kostenlosen Angebote nützen. Als Sprachrohr der BewohnerInnen und als wichtige Drehscheibe zu Wiener Wohnen und wohnpartner leisten dei zahlreichen engagierten MietervertreterInnen einen zentralen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Wohnzufriedenheit in den Städtischen Wohnhausanlagen. „Deshalb begrüße und befürworte ich die Arbeit der Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte. Denn einerseits unterstützt sie die Mietervertreterinnen und -vertreter bei ihren Aufgaben im Dienste der BewohnerInnen, andererseits wird auch die wertvolle Tätigkeit der Mieterbeiräte weiter aufgewertet“, so Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.

Die Möglichkeit zur Mitbestimmung für die MieterInnen nimmt speziell in den Wiener Gemeindebauten einen sehr hohen Stellenwert ein. Ziel der Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte ist es, die MietervertreterInnen durch einen intensivierten Erfahrungstausch, durch Vernetzung und Weiterbildung zu stärken und damit verbessert in die Lage zu versetzen, die Interessen der BewohnerInnen zu vertreten. Neben der Organisation und Begleitung von Vernetzungstreffen werden – in Ergänzung zu den Mieterbeiratskursen der Stadt Wien – vertiefende Seminare, Vorträge zu interessanten Themen sowie Beratungen durch MentorInnen angeboten. Darüber hinaus vertritt die Vereinigung die Anliegen der MietervertreterInnen bei Wiener Wohnen und steht in engem Kontakt zu wohnpartner, dem Nachbarschaftsservice in Gemeindebauten. Sie unterstützt bei der Wahl neuer Mieterbeiräte und gibt mittlerweile bereits eine ganze Reihe von Gemeindebauzeitungen heraus.

Am 8. März wählte die Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte für die kommenden drei Jahre einen neuen Vorstand. Dabei wurde der bisherige Vorsitzende Günter Rech, Mietervertreter im Franz-Koch-Hof in Floridsdorf, in seiner Funktion bestätigt. Seine neuen StellvertreterInnen sind Sylvia Wotruba aus dem Gemeindebau Engerthstraße 148 in Leopoldstadt und Wolfram Mack aus der Städtischen Siedlung „Auf der Schmelz“ in Rudolfsheim-Fünfhaus.

Das engagierte Trio mit langjährigen Erfahrungen als MietervertreterInnen hat viel vor. „Wir wollen unsere Angebote – alle sind ebenso wie die Mitgliedschaft bei der Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte kostenlos – weiter ausbauen. Und noch mehr BewohnerInnen für die ehrenamtliche Tätigkeit in einem Mieterbeirat gewinnen – und dies nicht nur im Gemeindebau. Denn sich als Mietervertreterin, Mietervertreter für die Gemeinschaft und das gute Zusammenleben einzusetzen, ist eine sehr schöne, sinnvolle und spannende Aufgabe“.

Die Mitgliedschaft bei der Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte ist kostenlos. MietervertreterInnen, die sich für eine Mitgliedschaft interessieren, finden alle wichtigen Informationen und ein Beitrittsformular auf dieser Homepage.

Sep 302011

Klausurtagung des erweiternden Vorstandes des Vereins „Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte“ am 19.09.2011 von 9 bis 19 Uhr   

zum folgenden Themen:

-Mietermitbestimmungsstatut (Verlängerung der Funktionsperiode, ein einheitlicher Wahltag für alle Mieterbeiräte in Wien). Wir sind der Meinung, dass Mietermitbestimmungsstatut einer Reform bedarf.

-Integration der neuen MieterInnen in den Wohnhausanlagen

-Teilnahme bei Aktionen wie „Freiwillig etwas bewegen“

-Öffentlichkeitsarbeit (Zeitung und Homepage)

Für den Vorstand

Günter Rech

Mrz 052011

Liebe Mitglieder!

Anbei findet Ihr den Download für die Unterlage von unserem Seminar „Mietermitbestimmung bei Wohnhaussanierungen“. Die Unterlage dient dazu euch in eurer täglichen Arbeit zu unterstützen.

Viel Erfolg!

Eure
Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte

HIER GEHTS ZUM DOWNLOAD

Nov 202010

Durch die letzte Gemeinderatswahl wurden die Mieterberäte gestärkt

In vergangenen Regierungsperioden war die gesetzliche Entwicklung für die Mieterbeiräte nicht immer eine Erfolgsgeschichte. Wir erinnern uns noch an den Aufschrei der meisten Mieter nachdem die Bunderegierung das Hausbesorgergesetz gekippt hat

Nach der letzten Wiener Gemeinderatswahl kam es zu Parteiverhandlungen zwischen ROT und GRÜN über ein Regierungsprogramm für diese Legislaturperiode. Relativ rasch war die Vereinbarung für eine produktive Zusammenarbeit gefunden und es ist interessant was sie bezüglich Mieterinteressen und Mieterbeiräte enthält:

Im Kapitel Wiener Wohnen heißt es unter

                               1.10  Stärkung der unabhängigen Mieterbeiräte

                              1.11  Überarbeitung des Mitbestimmungsstatutes

                              1.12 Erleichterung der Möglichkeit für Mieterinnen und/oder Mieterbeiräte leerstehende Räumlichkeiten als Gemeinschaftsräume zu nutzen

Das Mietermitbestimmungsstatut ist mehr als 20 Jahre in Anwendung. Bei seiner Beschlussfassung kam es im Wiener Gemeinderat zu einer einstimmigen Zustimmung. In der Zwischenzeit haben sich einige Paragraphen als überarbeitungsbedürftig herausgestellt.

Die Vereinigung der Mieterbeiräte arbeitet an einem neuen Diskussionsentwurf, in Überlegung stehen unter anderem die Verlängerung der Funtionsdauer von 3 auf 5 Jahre, einen gemeinsamen Wahltermin für ganz Wien.

Wir werden rechtzeitig darüber berichten.

Sep 072010

Kurt Treml ist nicht mehr. Anfang August schloss unser Freund für immer die Augen. Mehr als achtzig Jahre lang war sein Leben mit dem Karl-Marx-Hof untrennbar verbunden. Als jahrzehntelanger Obmann des Mieterbeirates Karl Marx-Hof war er vielen von uns Lehrer und Vorbild. Als Nachruf seien hier Auszüge aus der Trauerrede von Gustav Posch, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie (ACUS) und engem Freund von Kurt Treml, veröffentlicht. Wir werden dich nicht vergessen, Kurt!

Unser Freund Kurt Treml wurde am 6. August im 84. Lebensjahr plötzlich und unerwartet von dieser Welt abberufen. Der  Tod kam zu ihm wie ein Freund und holte ihn im Schlaf.

Kurt Treml  wurde am 22. Mai 1927 in Wien geboren. Im Alter von 3 Jahren bezog Kurt Treml mit der Familie seiner Großmutter, aus unvorstellbar desolaten Wohnverhältnissen kommend, eine Wohnung im Karl Marx – Hof. Seine Großmutter zog ihn auf, nicht etwa, weil seine Eltern gestorben waren, es war die furchtbare Not, die bewirkte, dass Eltern sich um ihre Kinder nicht richtig kümmern konnten. So wuchs Kurt auf im Karl Marx – Hof, kam in die Volksschule und alles schien im rechten Lot, bis der 12. Februar 1934 kam und mit ihm die dunkle Zeit des Faschismus in unserem Land.

Der Haß zwischen den politischen Lagern eskalierte zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Der Karl Marx-Hof war einer der Brennpunkte, und der siebenjährige Kurt Treml erlebte das hautnah mit.

Als 1938 die Hitlertruppen Österreich annektierten, war eine ihrer ersten Schandtaten, alle jüdischen Mieter aus dem Karl Marx – Hof delogieren zu lassen. Denen es nicht gelang, zu entkommen, beendeten ihren Lebensweg in den Gaskammern der Konzentrationslager. Kurt Treml war damals 11 Jahre alt. Es war für ihn völlig unverständlich, warum manche seiner Spielgefährten und ihre Eltern nun plötzlich Volksschädlinge sein sollten und auf ein Mal nicht mehr da waren.

Der 2. Weltkrieg brach los,  Kurt Treml begann 1941 seine Lehrzeit als Tischler. Nach  erfolgreicher Ablegung der Gesellenprüfung wurde er sofort zum Arbeitsdienst eingezogen. Wie so viele seiner Generation musste er anschließend im Alter von 17 Jahren Soldat eines Regimes werden, das er aus tiefster Seele verabscheute. Nach einigen Monaten Kriegsdienst in Frankreich wurde seine Einheit nach Russland verlegt, wo er so schwer verwundet wurde, dass ihm sein rechtes Bein amputiert werden musste. Als er 1945 mit einem Lazarettzug nach Wien zurückkehrte, hatte er sein 18. Lebensjahr noch nicht vollendet. Sein Schicksal erinnert an das unseres Heimatlandes. Geschlagen an Leib und Seele, mittellos und mit Wunden, die erst zu vernarben begannen, aber mit unbeirrbaren Glauben an die Zukunft und den unbeugsamen Willen, an der Gestaltung einer besseren Welt mitzuarbeiten.

Lieber Kurt, so nehmen wir nun Abschied von dir. Wir wissen aber, dass wir dich nicht verloren haben. In unseren Herzen und in unserer Erinnerung wirst du weiterleben. Bei allem Schmerz und bei aller Trauer wollen wir nicht vergessen, dankbar zu sein. Dankbar dafür, dass es dich gab. An all das Gute, das du getan hast, werden wir uns erinnern. Und so wirst du immer, wenn wir von dir sprechen, unter uns sein.

Foto: (c) Gustav Posch

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